Dienstag, 15. Juni 2010

Wie das diesjährige Drachenbootfest Familien zur Verzweiflung treibt

Dieses Jahr fällt das Drachenbootfest am 16. Juni auf einen Mittwoch. Die Festivitäten beginnen aber traditionell schon einige Tage vorher, dieses Jahr ging es am 13. los, also am Sonntag. Damit wenigstens ein paar zusammenhängende freie Tage entstehen, hat die Regierung eine Empfehlung ausgesprochen, wonach kurzerhand Samstag und Sonntag des letzten Wochenendes zu Arbeitstagen erklärt werden konnten, so daß Montag und Dienstag dann frei sind.
 
Wir haben das an den leeren Läden und Straßen am Wochenende gemerkt, da alle arbeiten waren. Auch die Kinder waren am Wochenende von den Straßen verschwunden, da Samstag und Sonntag auch als Schultage galten. In vielen Familien haben nun also Mama, Papa und Kind von Montag bis Mittwoch frei.
 
In vielen, aber nicht in allen! Es gibt auch Firmen, die das letzte Wochenende Wochenende haben sein lassen, und wo Montag und Dienstag ganz normale Arbeitstage sind, Männes Firma zum Beispiel. In diesen Firmen sitzen nun also zum größten Teil die Männer bei der Arbeit und die Frauen sitzen mit Kind allein zuhause und sind völlig überfordert, was sie den ganzen Tag mit dem Kind anstellen sollen!
 
Männe erzählte gestern von einem Mitarbeiter mit zwei Kindern, der gemeint hat, er müsse heute unbedingt frei machen, seine Frau verzweifelt daheim mit zwei kleinen Kindern. Ein anderer Mitarbeiter hat sich gar nicht getraut zu fragen, aber dort muß es wohl ähnlich zugehen.
 
Die Kinder sind hier fast den ganzen Tag in der Schule oder im Kindergarten. Die Schulbusse holen die Kinder üblicherweise zwischen halb acht und acht Uhr morgens in den Wohngebieten ab, am späten Nachmittag kommen sie gegen halb fünf und fünf Uhr wieder nach Hause. Die Eltern gehen den ganzen Tag arbeiten, die Kinder sind also nur am Wochenende daheim, wenn Mama und Papa auch beide daheim sind. Daß unter der Woche ein Elternteil mit dem Kind allein daheim ist, kommt anscheinend nie vor.
 
Für die Eltern hier muß es wohl ein Alptraum sein, wenn ihre Kinder mal frei haben, was ja so gut wie nie vorkommt. Wenn ich mir vorstelle, Junior hat mal einen Tag frei, also da finden wir immer was, was wir zusammen machen können. Vom Spielen bis zum Essen kochen, alles ist möglich und macht auch Spaß. Klar ist es auch anstrengend, je nach Alter des Kindes, aber ein Alptraum, der mich zur Verzweiflung treiben würde, bis Männe auch einen Tag frei machen muß, um zu helfen? Nein, ganz sicher nicht!
 
 

Donnerstag, 3. Juni 2010

Socken im Juni

Nun ist es doch passiert: ich mußte Socken anziehen, und das im Juni! ;-)
 
Wir haben draußen nur noch 22°C, es weht ein leichter Wind und es ist keine Sonne zu sehen, nur Wolken mit Regenschauern. Nachdem mir gestern Nachmittag draußen wirklich kalt war, habe ich heute wieder Socken angezogen.
 
Sogar die Frösche haben ihr Konzert eingestellt, es ist ihnen zu kalt, die Mücken fliegen nicht mehr in Horden, nur ein paar versprengte sind zu sehen, das Gras hat nach der Kurzrasur wieder eine Chance, grün zu werden, die Luftfeuchte hält sich in angenehmen Grenzen, es ist einfach ein super Wetter!
 
Junior ist nur ein klein wenig betrübt, daß es auch zu kalt für den Pool ist, dafür macht das Fahrradfahren bei diesem Wetter gleich viel mehr Spaß!
 
Zum Wochenende hin soll es dann angenehmes Sommerwetter geben, maximal 30°C und relativ trockene Luft, ein paar Wolken, Sonnenschein, wir werden doch nicht auch mal ein paar Tage so was wie einen schönen europäischen Sommer bekommen?
 

Dienstag, 1. Juni 2010

Mama, ich habe heute eine Mücke gegessen!

Vorhin habe ich Junior vom Schulbus abgeholt und eines der ersten Dinge, die er mir erzählt hat, war: Mama, ich habe heute im Kindergarten eine Mücke gegessen!
 
Mein erster Gedanke war "igitt", dann habe ich gefragt, warum, darauf meinte er nur, einfach so, er weiß nicht warum, die lag da so rum.
 
Dann habe ich überlegt, was mir so nachgesagt wird, was ich als Kind alles an Insekten verspeist habe, da kann Junior ruhig auch mal eine Mücke aufessen. ;-)
 
Ansonsten passiert hier zur Zeit nicht viel, die erste Hitzewelle ist schon wieder vorbei, es ist kühler geworden, heute sind es nur 24-25°C, sehr angenehm, wie ich finde. Die Sonne scheint auch nicht, es regnet, eigentlich ein Wetter zum Davonlaufen, aber da es trotzdem angenehm warm ist, finde ich es prima, daß wir noch eine Schonfrist vor dem mit Sicherheit kommenden Sommer haben werden.
 
Taifune sind auch noch keine in Sicht, über dem Pazifik ist alles ruhig. Letztes Jahr hatten wir bereits Anfang Mai den ersten Taifun, ich weiß nicht mehr, wie viele es im Mai waren.
 
So ruhig wie es hier ist, geht es gerade in der Heimat wohl nicht zu. Die Schlagzeilen aus Deutschland haben es in den letzten Tagen sogar bis in die China Daily auf die Titelseite geschafft.
 
Als wir gestern die Zeitung aus dem Briefkasten geholt hatten, prangten uns auf der Titelseite die Worte entgegen: German Teenager wins Eurovision Song Contest!
 
Lena hat es mit ihrem Satelliten also bis nach China geschafft, es war noch ein großer Artikel in der Zeitung, über den Song Contest und über Lena. Ich muß gestehen, bis zum Tag des Wettbewerbs hatte ich noch nie etwas von ihr gehört, das Lied habe ich erst im Nachhinein anhören können. ;-)
 
Die heutige Schlagzeile wird vermutlich noch fetter sein. Das Titelbild der China Daily News auf meinem Hand war Horst Köhler, wie er seinen Rücktritt erklärt. Gestern bestand die Cover Story noch aus dem Premierminister Wen Jiabao, wie er auf seiner Asienrundreise in Tokyo mit Japanern durch den Park joggt und Tai Chi betreibt.
 

Donnerstag, 27. Mai 2010

Es sind zwei!

Neulich sah ich am Nachmittag an der Tür zur Wohnung innen einen kleinen Gecko sitzen. Hm, dachte ich noch, der sah letztes Mal aber größer aus. Ob das ein neuer ist, der gerade eben erst reingekommen ist?
 
Ganz so sieht es aus, denn in unserem Wohnzimmer finden nun regelmäßige Gecko-Plaudereien statt. Das hört sich ein bißchen nach Vogel an, so eine Art Keckern, im englischen Sprachraum nennen sie es Zwitschern. Ich würde sagen, etwa so wie das Meckern einer Amsel oder einer Meise, allerdings eine Oktave tiefer.
 
Diese Geräusche gibt es erst, seit ich den kleineren Gecko gesehen habe. Und ich glaube nicht, daß ein Gecko Selbstgespräche führt! Vielleicht bekomme ich ja mal beide zur gleichen Zeit vor die Linse, dann weiß ich es genau. So kann ich nur zuhören, was sie sich zu sagen haben, auch wenn ich leider kein Gecko kann.