Freitag, 12. August 2011

Zwei Wochen

So, nun sind es nur noch zwei Wochen, dann sind wir wieder in Deutschland. Wie erwartet, flogen die letzten Wochen nur so dahin, es gab ja auch viel zu tun. In vier Tagen kommen die Packer und verpacken alles, was uns gehört, um es auf die große Reise zurück über den Ozean zu schicken. Wir sind mit den Vorbereitungen so gut wie fertig, am Wochenende werden die Koffer gepackt.
 
Kaum zu glauben, aber in zwei Wochen werden wir wieder Socken anziehen müssen, Unterwäsche nicht zu vergessen, lange Hosen. Wir haben hier nach wie vor über 30°C, während in Deutschland der Sommer dieses Jahr wohl ausfällt. Wer jetzt neidisch wird, sollte aber bedenken, daß hier die Luftfeuchte etwa doppelt so hoch ist wie in Deutschland und die Sonne vom Himmel brennt, anstatt zu scheinen. An ein Sonnenbad draußen ist nicht zu denken, ein einfacher Spaziergang läßt einen schon im eigenen Saft schmoren.
 
So hat alles Vor- und Nachteile, wie immer im Leben. In zwei Wochen sind die Vorteile Chinas Vergangenheit, dafür haben uns die Vorteile Deutschlands wieder. Gleiches gilt auch für die Nachteile, zum Glück oder leider, wie auch immer. Endlich wieder saubere, klare Luft, statt Dreck und Dunst jeden Tag, dafür darf man z.B. die Verkäufer im Kaufhaus suchen, statt daß man unaufgefordert gleichzeitig von dreien bedient wird, wie es hier der Fall ist.
 
Insgesamt überwiegt aber ganz klar die Vorfreude auf die Heimat, trotz allem damit verbundenen Streß und Ärger, endlich wieder daheim.
 
Achja, noch ein Grund zu gehen, fast vergessen: Juniors Klimaanlage schwächelt, die wird wohl auch bald ausfallen....

Dienstag, 2. August 2011

Das Beste kommt zum Schluß

In den letzten Wochen gab es viel zu tun für uns, entsprechend selten wurde der Blog gefüttert. Wir haben ausgemistet, aussortiert und einen letzten Urlaub gemacht. Es ging nach Singapur und Malaysia, wo wir noch mal ein wenig ausspannen wollten, bevor nun der Endspurt beginnt.
 
Die Flüge sind gebucht, für uns und die Katzen, die neue Adresse in Deutschland existiert auch schon, das Ende unseres dreijährigen Abenteuers in China naht mit Riesenschritten. Ein Ende haben wir denn auch schon erlebt: Hongkong.
 
Ich werde vermutlich mit Junior und unserem letzten Besucher, der am Samstag ankommt, noch einmal hinfahren, aber als komplette Familie werden wir dort erstmal nicht mehr weilen. Und so haben wir uns zum Abschluß etwas ganz Besonderes gegönnt und eine Nacht fast schon in den Wolken von Hongkong verbracht.
 
Ich weiß nicht, ob es das höchste Hotel der Welt ist, das höchste von Hongkong auf jeden Fall: Das Ritz Carlton, neu erbaut und eröffnet erst im Frühjahr diesen Jahres. Die Aussicht von dort oben, etwa 500m über dem Meer, ist gigantisch. Es war das erste Mal, daß ich in Hongkong das Hotel von Einchecken bis Auschecken nicht wieder verlassen habe, um irgend etwas zu besorgen.
 
Wir sind entweder im Zimmer an der Scheibe geklebt, um diesen grandiosen Blick in uns aufzusaugen, oder wir waren im Pool ganz oben im 118. Stock und haben von dort diese wahrlich atemberaubende Aussicht genossen. Wir wurden verwöhnt mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von knapp über 30°C.
 
Es war ein Aufenthalt, den wir so schnell nicht vergessen werden, Frühstück mit Blick auf den Victoria Harbour und die gesamte Stadt Hongkong, die Stadt, vor der ich am Anfang so wahnsinnigen Respekt hatte, die Stadt, die ich jetzt so wahnsinnig vermissen werde. 
 
Ich kann es nicht genau sagen, warum ich Hongkong so liebe, es beginnt mit Gummibärchen und Salzstengeln, die nach langer Abstinenz endlich gefunden wurden, die Freude über eine Flasche Malzbier im Supermarkt-Regal, natürlich die grandiose Skyline, das quirlige Leben in der Stadt, die Märkte, die Berge zum Wandern, die Buchten am Meer, Häuserschluchten und Parks, Natur mitten in der Stadt. Man steht in einer Straße und bestaunt die luxuriösen Läden von Louis Vuitton und Co der oberen Zehntausend, dann geht man um die Ecke und steht mitten im Leben der unteren Zehntausend, zwischen Hunderten von Ayis, die sich jeden Sonntag auf den Straßen in Central treffen.
 
Auf der einen Seite hängen die glänzenden hochpolierten Werbeschilder, auf der anderen Seite abenteuerliche Elektroinstallationen und frisch gewaschene Wäsche über den Straßen der Stadt. Dazwischen fahren die roten Taxis und die Trams, während unter der Erde weitere Tausende von Menschen in der U-Bahn fahren und in der Stadt unter der Stadt leben und arbeiten.
 
Dies ist alles nur ein kleiner Ausschnitt und sicher unvollständig. Hongkong ist einfach Leben, Hongkong ist ein Teil meines Lebens geworden, den ich nur sehr ungern verlasse und den ich nie missen möchte.
 
Und so sind wir mit Wehmut im Herzen zum Fährhafen gefahren, haben das letzte Mal unsere Fährtickets nach China gekauft, und sind nach kurzem Blick zurück und mit vielen Fotos und Videos "meiner" Stadt und noch viel mehr Erinnerungen im Herzen dennoch mit Blick nach vorn zu unserer letzen gemeinsamen Überfahrt aufgebrochen.
 
Ich werde Hongkong sicher wiedersehen, ich habe fest vor wiederzukommen, doch bis dahin kann ich für unseren letzten Hongkong-Aufenthalt wirklich sagen: Das Beste kam zum Schluß!
 
 
 

Freitag, 8. Juli 2011

Körpertemperatur

Wer heute Abkühlung sucht, muß sich ein paar Eiswürfel suchen. Draußen hat es über 37°C, die Sonne knallt vom blauen Himmel, so daß es richtig unangenehm ist, wenn man den Schatten verläßt. Wir sind es zwar gewohnt, daß es in der Stadt mal 38°C und mehr hat, aber bei uns hier war es meistens noch ein paar Grad kühler und erträglicher.
 
Ich bin froh, daß gerade alle Klimaanlagen funktionieren und hoffe, daß das bis zu unserer Ausreise so bleibt. Unser Heimflug ist schon gebucht, Ende August geht es zurück. Bis dahin haben wir noch viel zu tun, Ausmisten, Souvenirs kaufen, Urlaub machen.... Es wird uns auf jeden Fall nicht langweilig werden und die letzten Wochen werden nur so vorbeifliegen.
 
Unsere Wochenenden sind bereits alle verplant, viele bleiben uns ja nicht mehr und wir wollen noch ein bißchen was sehen. An diesem Wochenende geht es mal wieder nach Hong Kong, der Ocean Park steht auf dem Programm. Es sind zwar Schulferien, aber wenn wir es jetzt nicht machen, machen wir es nie. Vielleicht sind ja auch einige verreist oder es ist ihnen einfach zu heiß, und es wird daher nicht ganz so voll.
 
Einen Vorteil hat das heiße Wetter auf jeden Fall: es macht nichts mehr, wenn beim Duschen das warme Wasser mal wieder ausfällt, das "kalte" Wasser ist ja jetzt auch warm genug! ;-)
 

Dienstag, 5. Juli 2011

Never Ending Story

Es hat nur eine weitere Woche gedauert, aber nun ist die Klimaanlage im Büro an der Wand und sie kühlt sogar!
 
Es kamen Handwerker von einer anderen Firma, die sich gleich erstmal darüber lustig gemacht haben, daß die Leute von der anderen Firma wohl zuviel Angst hatten.
 
Wie wir inzwischen erfahren hatten, war das Problem nicht der Schlauch selbst, sondern der Anschluß des Schlauches im achten Stock ohne Gerüst. Üblicherweise wird dann ein kleines Gerüst in die Hauswand gedübelt, auf dem der Arbeiter sitzen und alles anschrauben kann. Das läßt aber das Management des Compounds nicht zu, aus gutem Grund, nehme ich an.
 
Also hätte alles frei schwebend installiert werden müssen, was die beiden ersten Handwerker nicht konnten, warum auch immer.
 
Die beiden nächsten Handwerker waren denn auch schon alte Bekannte. Sie waren schon wegen der Klimaanlage im Schlafzimmer öfters hier und haben auch die alte Klimaanlage im Büro mehrfach (erfolglos) repariert.
 
Es ging dann auch recht flott, die Kartons wurden ausgepackt, Schläuche angeschlossen und umwickelt, der Kompressor an seinen Platz gehievt und das Innenteil an die Wand gehängt. Am Ende kam dann das, was die anderen ohne Gerüst nicht hinbekommen hatten: es mußte noch das Loch in der Wand abgedichtet werden, durch das der Schlauch von innen nach außen zum Kompressor verläuft.
 
Dazu kletterte der eine Handwerker mal eben bei uns auf dem Dach über die Brüstung und seilte sich einfach ab. Frei schwingend dichtete er das Loch ab und meinte am Ende auf unsere Bemerkung hin, daß das aber doch ganz schön hoch sei: "ach was, der achte Stock ist nicht hoch, neulich war er im 30. Stock, DAS war hoch!"
 
Nun, ich habe nach wie vor einigen Respekt vor großen Höhen, auch wenn mich die Scheibe im Boden des Macao-Towers auf dreihundertirgendwas Metern Höhe schon ziemlich abgehärtet hat, aber wenn ich bedenke, wie "professionell" der Mann gesichert war, ein Seil ums Geländer gewickelt und ein Gurt um den Körper, dann ist es bereits unterhalb des achten Stocks ziemlich hoch und ziemlich endgültig, wenn es außerplanmäßig abwärts geht.
 
Wie auch immer, er kam gesund wieder nach oben, die Klimaanlage kühlt nun wieder, es scheint alles in Ordnung. Es scheint so, denn noch am gleichen Abend fing die Klimaanlage im Gästezimmer an zu tropfen und mußte gereinigt werden, was wir natürlich selbst gemacht haben, wir wissen warum....