Wie schon angekündigt, befinden wir uns zur Zeit auf Heimaturlaub. Da wir ein gestrecktes Programm haben, bleibt leider wieder mal nicht viel Zeit für den Blog.
Es wurde auch höchste Zeit für den Heimflug: Junior ist schon so auf das Englische fixiert, daß er mich auf dem Spielplatz fragte, ob er mit den Kindern Englisch sprechen kann. Meine Antwort, daß hier alle deutsch sprechen, wurde mit einem erstaunten "Ah!" quittiert.
Er genießt es, endlich mal wieder Brezeln zu essen, die hier viel besser schmecken als in Hong Kong, was ja nicht schwer ist. Es gibt Wurst und Käse und andere Dinge einfach so, ohne stundenlang durch die Gegend zu fahren. Und es gibt Wartezeiten im Restaurant, das Essen steht nicht fünf Minuten nach der Bestellung auf dem Tisch. ;-)
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Mittwoch, 22. September 2010
Nicht immer ist Mitbringen von Vorteil
Heute hat sich unser aus Deutschland mitgebrachter Gefrierschrank verabschiedet. Nach dem Abtauen wollte er einfach nicht wieder anspringen und hat sich statt dessen für Blinken und Piepen entschieden. Das Drücken aller vorhandenen Knöpfe in verschiedener Reihenfolge und unterschiedlicher Dauer brachte leider auch keinen Erfolg.
Vermutlich ist nur irgendein elektrisches Bauteil defekt, leider kann ich das nicht aus dem Ärmel schütteln. Aber ich habe es immerhin geschafft, im Internet die Nummer des Customer Service in China herauszufinden, wo wir gleich angerufen haben. Die Dame am anderen Ende der Leitung konnte Englisch und hat sich am Ende auch noch dafür entschuldigt, daß das Gerät nicht mehr funktioniert, typisch China.
Mittags kam dann auch schon der chinesische Servicetechniker, in China ist heute Feiertag, muß dazu gesagt werden, aber das ist hier egal, Service ist alles! Der Techniker schaute sich das Gerät an, drückte die Knöpfe, studierte das Typenschild, drückte wieder die Knöpfe, studierte wieder das Typenschild, telefonierte, gab die Typnummer durch, telefonierte weiter, gab noch mal die Typnummer durch, telefonierte weiter..... Am Ende sagte er uns, daß wohl die Steuereinheit ein Problem hat (ach was!), und er eine neue bestellen muß. Auf die Frage, wie lange das dauert, sagte er: 10-30 Tage!
Tja, ich vermute, das Ersatzteil wird aus Deutschland bestellt. Warum sollte es sonst so lange dauern? Das ist der Nachteil, wenn man die großen Elektrogeräte aus der Heimat mitbringt. Auf der einen Seite spart man sich hier die Neuanschaffung, zumindest so lange wie das Gerät funktioniert bzw. reparabel ist, auf der anderen Seite gibt es aber keine Ersatzteile oder sie sind langwierig zu beschaffen.
Nun wird wohl einiges an Gefriergut in den Mülleimer wandern müssen, wohl oder übel. Wir haben glücklicherweise noch einen kleinen Gefrierschrank unter dem Kühlschrank, aber da paßt natürlich nicht alles hinein. Immerhin sind die Schätze wie Wurst und Käse gerettet, aber das gute Brot wird wohl genauso wie das eingefrorene europäische Essen und die Pommes dran glauben müssen.
Ich hoffe sehr, daß der Gefrierschrank reparabel ist. Da wir demnächst in den Heimaturlaub aufbrechen werden, wird uns die Zeit bis zur Reparatur eher kurz vorkommen. Irgendwie gehen wir von 30 Tagen aus, chinesische Zeitangaben sind erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu genießen.
Montag, 20. September 2010
FANAPI
Nachdem Taifun FANAPI in Taiwan schwere Schäden angerichtet hat, laut China Daily News ist es der schwerste Taifun der Saison (was bei der kurzen Saison nicht schwer ist ;-)), nimmt er nun Kurs auf Hong Kong. Und obwohl er noch über 200km entfernt ist, sind die ersten Ausläufer schon hier. Es regnet und gewittert draußen, nur der Wind läßt noch auf sich warten.
FANAPI hat sich klassisch angekündigt, es war die letzten Tage wieder sehr heiß und drückend. So wußten wir bereits, daß da wieder mal was auf uns zu kommt, ohne ins Internet zu schauen. Aber nachdem ich zwei Wetterwarnungen auf mein Handy bekommen habe, habe ich dann doch mal eben einen Blick auf den Sturm geworfen.
Bis FANAPI bei uns ist, wird er sich vermutlich zum tropischen Sturm abgeschwächt haben, aber es sind immer noch Windgeschwindigkeiten bis 75km/h vorausgesagt. Junior dürfte dann schulfrei haben, bei so einem Sturm fährt kein Schulbus mehr, es sind dann alle Schulen offiziell geschlossen.
Während ich das hier tippe, ist es draußen auch dunkel geworden, der Regen wird stärker, die dritte Wetterwarnung ist da. Der Strom war auch kurz weg, nur gut, daß Laptops einen Akku haben....
Samstag, 18. September 2010
Der Countdown läuft
So, nun ist der September schon halb rum und der Countdown für unsere Rückkehr in die Heimat läuft. Wir haben uns hier in den letzten beiden Jahren ganz gut eingelebt, nachdem wir die großen Hürden der Anfangszeit und die kleineren Hürden zwischendurch alle gut gemeistert haben. Beim Blick auf den Kalender fällt uns auf, daß wir hier vermutlich keinen weiteren September mehr erleben werden.
Und wie immer, wenn man sich dem Ende eines Lebensabschnittes nähert, erinnert man sich zurück, an die guten und die schlechten Zeiten, und bei so mancher Erinnerung macht sich so ganz langsam bereits jetzt schon Sentimentalität breit.
Wenn wir einen tropfenden Wasserhahn in der Küche haben, für den wir einen "Reparaturmann" brauchen, wird im Management Office angerufen und der Mechaniker kommt noch am selben Tag. So etwas werden wir nach unserer Rückkehr in Deutschland vermutlich nicht mehr haben. Hier kommen die Techniker ja sogar am Sonntag.
Die Freundlichkeit der Leute, der verrückte Straßenverkehr, die Unbekümmertheit, die hier vielerorts herrscht, zweieinhalb Liter Cola für 60 Cent, Essen gehen mit der ganzen Familie für 30 Euro, Hong Kong mit all seinen Möglichkeiten direkt vor der Haustür, die neuen Freunde aus aller Welt, um nur ein paar Dinge zu nennen, die mir gerade spontan einfallen, die uns fehlen werden.
Natürlich werden uns die Monsterkakerlaken, die vielen Moskitos, die Packung Müsli für 6 Euro, die zwei Stunden Fahrt für ein Glas Senf, die Hitze und Feuchte und der ganze Dreck in der Luft und in den Straßen der Stadt nicht fehlen. Spätestens, wenn wir das schöne Geräusch hören, wenn jemand direkt neben uns sich "räuspert" und danach ausspuckt, oder wieder ein Kind direkt auf dem Weg sein Geschäft verrichtet, dann ist es schlagartig vorbei mit der Sentimentalität und die Freude auf die Heimat überwiegt.
Wir werden das letzte Jahr hoffentlich genießen können, ob am Ende Abschiedsschmerz aufkommt und wie groß der sein wird, werden wir sehen. Die letzten beiden Jahre haben uns sicher bereits verändert, eine Bereicherung war es in jedem Fall.
Und heute habe ich das erste Souvenir gekauft, das ich unangetastet mit nach Deutschland nehmen werde: einen nagelneuen Stadtplan! ;-)
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